Ehrenamt

Die Angst vor dem Krankenhaus, das Gefühl der Einsamkeit nehmen und kleine Dienstleistungen anbieten. Dies sind die zwischenmenschlichen Aufgaben, die die Grünen Damen im CURA Krankenhaus Bad Honnef seit vielen Jahren ehrenamtlich erfüllen.

Für das Krankenhaus stellen sie eine wertvolle Ergänzung bei der Betreuung der Patienten dar. Die "Grünen Damen " bringen Zeit für Gespräche mit, die das Krankenhauspersonal angesichts der Fülle von Aufgaben nicht immer zur Verfügung hat.

Insbesondere für die Patienten, die wenig Besuch im Krankenhaus erhalten, ist der Besuch der Ehrenamtlichen eine willkommene "Auflockerung" des Alltags im Krankenhaus. Die Serviceleistungen wie kleine Einkäufe  werden gerne in Anspruch genommen.

Jedoch betonen alle ehrenamtlich Tätigen, die Hauptaufgabe sei , dem Patienten zuzuhören und dass sie aus ihren Einsätzen mehr mitnehmen als sie geben.

Regelmäßig plant das CURA Krankenhaus Fortbildungen für die Ehrenamtlichen. Auf dem Programm stehen Einführungen in die Kommunikation, Hygiene sowie Informationen über den Umgang mit Demenzerkrankten.

Die "Grünen Damen" freuen sich über weitere Unterstützung. Sowohl Männer als auch Frauen sind herzlich willkommen.

Gerne können Sie die Grünen Damen einen Tag begleiten.

Weitere Informationen:

Ulla Frohn

Tel. 02223 2 37 05

oder


Büro der Pflegedirektion
 Tel. 02224 772-1200

" Zuneigung und Zeit"

 

Wer hilft uns Grünen Damen beim ehrenamtlichen Dienst an den Kranken?

 

Seit über 20 Jahren schon besteht der Besuchsdienst der Grünen Damen am Cura-Krankenhaus Bad Honnef. Sie geben den Patienten, was Ärzte und Pflegepersonal im stressigen Krankenhausalltag kaum geben können: Zuneigung und Zeit. Einmal in der Woche besuchen die ehrenamtlich tätigen Frauen, kenntlich am grünen Kittel und von den Kranken auch oft „Grüne  Engel“ genannt, „ihre“ Stationen, gehen von Zimmer zu Zimmer, fragen nach den Wünschen, sehen nach, ob Hilfe gebraucht wird. Einem ortsfremden Mann, der plötzlich eingeliefert werden musste, fehlt es am Nötigsten: Aus dem „Fundus“ (einem Vorrat an gespendeter Kleidung) sucht die Grüne Dame einen Schlafanzug (glücklicherweise findet sie einen in der passenden Größe), Unterwäsche, Socken… heraus. Ein anderer Patient möchte eine bestimmte Zeitschrift, und auch die kann die Grüne Dame ihm holen, die Geschäfte sind ja nicht weit; manchmal ist es auch dringend benötigte Zahnpasta oder eine bestimmte Leckerei, die jemand besorgt haben möchte, ein kleiner Trost in der Krankheit. (Im letzteren Fall ist allerdings Vorsicht geboten, der Kauf von Essen und Trinken muss mit einer Krankenschwester abgesprochen werden.) Eine Frau bittet darum, ihre Telefonkarte an der Pforte aufzuladen, eine andere Patientin braucht nichts Materielles oder Praktisches, aber sie ist irgendwie niedergedrückt; sie bekommt kaum Besuch und hat viel zu erzählen. Die Grüne Dame hört einfach nur zu, sie ist jetzt ganz für diese Patientin da, und am Ende hat die Frau ein froheres Gesicht, lächelt sogar und bedankt sich. Übrigens bedanken sich fast alle Kranken selbst dann, wenn sie gar keine Dienste in Anspruch nehmen; sie finden es gut, dass jemand im Fall des Falles für sie Zeit hat. Selten trifft man Patienten eine Woche später noch einmal an. Aber es kommt vor, dass man Kranke über Wochen begleitet, und dann freut es die Grünen Damen besonders, wenn sie schließlich geheilt entlassen werden können.

 

Vieles an diesem Dienst wird im Lauf der Zeit zur Routine, aber das heißt nicht, dass die Grünen Damen den Patienten weniger engagiert, weniger aufmerksam und zugewandt begegnen, ganz im Gegenteil, es heißt, dass man genau weiß, wie man mit den verschiedenen Situationen umgehen muss und den Einzelnen besser gerecht werden kann. Allerdings kann es immer vorkommen, dass man plötzlich vor einer unerwarteten Aufgabe steht. Wie z.B. mit dem ausländischen Patienten, der weder Deutsch noch eine europäische Sprache spricht. Ein Wortschwall ergießt sich über die Grüne Dame, der junge Mann drückt ihr sein Smartphon in die Hand, sie soll offenbar mit einem Landsmann des Patienten sprechen, der auch Englisch kann. Der Teilnehmer spricht tatsächlich Englisch, aber die Grüne Dame hat keine Ahnung, worüber sie mit ihm sprechen soll. Sein Englisch ist auch schlecht zu verstehen. Schließlich ein neuer Versuch, ein anderer Teilnehmer, dasselbe Ergebnis. Wie kann man diesem Mann helfen, der offensichtlich hilflos in einer Umgebung ist, deren Sprache er nicht versteht? Die Grüne Dame weiß nicht wie, vielleicht ist es eine Eingebung, aber plötzlich glaubt sie zu verstehen, dass der Patient wissen möchte, wann er entlassen wird. Gut, das ist etwas Konkretes! Eine Nachfrage bei den Schwestern, ein Telefonat, diesmal mit Erfolg. Der Patient ist glücklich, die Grüne Dame auch.

 

So und ähnlich sieht unser Dienst aus. Offenheit braucht man, Einfühlungsvermögen, Diskretion. Langweilig ist unsere Aufgabe bestimmt nicht. Anstrengend? Manchmal, das darf nicht geleugnet werden. Aber was man für diesen Einsatz – einmal in der Woche – zurückbekommt, das kann man nicht hoch genug schätzen. Schon allein zu wissen, dass man in seiner freien Zeit etwas Sinnvolles getan hat, ist wertvoll. Aber es ist nicht so, dass nur die Grünen Damen den Patienten etwas geben, nein, auch die Patienten geben den Grünen Damen etwas. Wir lernen die verschiedensten Menschen kennen und ihre Schicksale, oft Menschen, die Schweres tapfer ertragen haben und ertragen, die weise geworden sind. Wir lernen von ihnen, werden dankbar und ja, auch demütig.

 

Es ist ein wunderbarer Dienst. Aber jetzt haben wir Grünen Damen ganz akut ein Problem: Unsere Zahl hat abgenommen, nach 20 Jahren Dienst fordert das Alter seinen Tribut. Wir brauchen dringend Verstärkung! Vielleicht suchen Sie schon lange etwas Sinnvolles zu tun? Vielleicht haben Sie Lust, sich uns anzuschließen? Oder Sie finden es zwar überlegenswert, zögern aber noch? Bitte rufen Sie uns an, fragen Sie, treffen Sie eine von uns, gehen Sie einmal probeweise mit. Sie müssen sich nicht sofort entscheiden. Aber wenn Sie sich dafür entscheiden, einmal in der Woche den Kranken Zuwendung und Zeit zu schenken, freuen wir uns auf Sie!

 

                       

 

 

Kontakt

Grüne Damen im CURA Krankenhaus Bad Honnef

Ulla Frohn

Tel. 0 22 23 2 37 05

oder

Sekretariat Pflegedirektion

Tel. 0 22 24 7 72 12 00

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